Ein gutes Preis-Leistung-Verhältnis

Ende Jahr wird zum ersten Mal die 13. AHV-Rente ausbezahlt. Wer Menschen kennt, die jeden Rappen drehen müssen, oder wer selbst nicht auf Rosen gebettet ist, weiss, welche Erleichterung dieser Zustupf für viele bringen wird. Profitieren wird auch die Wirtschaft von der gestärkten Kaufkraft. Die Stimmbevölkerung hat sich an der Urne vor zwei Jahren deutlich dafür ausgesprochen. Gleichzeitig wurde am gleichen Sonntag mit dreiviertel der Stimmen eine Erhöhung des Rentenalters abgelehnt.

Über die Finanzierung der 13. AHV-Rente hat sich das Parlament nun über Monate gestritten. Die Schwierigkeit war, dass sich SVP und FDP einer Lösung verweigert haben. Sie möchten die 13. AHV-Rente mit einer Erhöhung des Rentenalters finanzieren, also eigentlich eine Leistung kürzen, die eben vom Stimmvolk gefordert wurde. So verhalten sich schlechte Verlierer und der Volkswille wird so gleich zweifach ignoriert. Glücklicherweise konnte mit den übrigen konstruktiven Kräften im Parlament nun letzten Freitag eine moderate Zusatzfinanzierung der 13. AHV-Rente beschlossen werden: die Mehrwertsteuer soll um 0,4% angehoben werden. Von dieser Erhöhung sind Nahrungsmittel oder Medikamente ausgenommen. Diese Lösung kostet ca. 70 Franken pro Jahr und Person und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zum Vergleich dazu würde die Erhöhung des Rentenalters, d.h. ein Jahr länger arbeiten für die gleiche Rente, 20’000 CHF kosten. Das letzte Wort dazu haben die Stimmberechtigen: Wohl schon im November werden sie darüber entscheiden können.

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